Landwirte vernichten Erdbeeren

Veröffentlicht: 29. Juni 2015 in Politik

Im Radio (WDR4) höre ich gerade, dass Landwirte im östlichen Ruhrgebiet ihre Erdbeerernte jetzt vernichten wollen. Dabei frage ich mich und die Landwirte: warum werden Lebensmittel vernichtet, wenn Menschen noch hungern?

Grund für die Vernichtung der Erdbeeren ist nach Aussage des Nachrichtensprechers mangelnde Nachfrage in diesem Jahr. Sogar die Möglichkeit zum Selbstpflücken ist nach Aussage der Landwirte am vergangenen Wochenende von nur wenigen Menschen genutzt worden.

Vielleicht, so möchte ich da gleich fragen, liegt mangelnde Nachfrage an der Höhe des Preises? Bei rund 3€ pro 500gr Erdbeeren ist es für einen Großteil der Bevölkerung einfach nicht mehr erschwinglich sich Erdbeeren zu leisten. Eine Familie mit zwei Kindern benötigt dann schon mindestens zwei Schalen. Im Umkehrschluss sind 6€ aber auch ausreichend für Brote, Margarine und Belag.

Als ich meine Ausbildung zum Kaufmann gemacht habe, zugegeben das ist schon ein paar Jahre her, gab es noch den Grundsatz “Angebot und Nachfrage regeln den Preis”. Das scheint eine vollkommen vergessene Regel geworden zu sein.

Inzwischen regelt sich der Preis über künstliche Verknappung durch Vernichtung. Bei Luxusgütern kann ich das noch hinnehmen. Bei Lebensmitteln hört mein Verständnis für diese Praxis auf! Wer Lebensmittel, die andere benötigen könnten, grundlos vernichtet gehört bestraft!

Liebe Landwirte! Euer ureigenes Interesse sollte es sein, Lebensmitteln eine hohe Achtung entgegen zu bringen und dies den Menschen zu vermitteln. Bevor Ihr die Felder abmäht und wertvolle Lebensmittel vernichtet, gebt die Felder zum Selbstpflücken frei und gebt Menschen, die dafür dankbar sind, die Gelegenheit sie für sich zu pflücken. Kommt zurück zu den alten kaufmännischen Grundsätzen und orientiert Euch nicht nur an den Großhändlern, sondern an den Menschen. Es gibt noch einen Grundsatz im kaufmännischen Betrieb, der verlorenen gegangen scheint: Umsatz macht das Geschäft, nicht der Preis.

Das Urteil des Sozialgerichtes in Gotha vom 26.05.2015 (Aktenzeichen: S 15 AS 5157/14) hat bundesweit für Aufregung gesorgt. Die 15. Kammer hält Sanktionen durch das Jobcenter für verfassungswidrig. Daraufhin wurde die Sache an das Bundesverfassungsgericht weitergeleitet, das nun darüber entscheiden muss. Nach Meinung vieler Rechtsexperten war die Weitergabe einer Beschlussvorlage an das Bundesverfassungsgericht längst überfällig. Was aber bedeutet das nun für Hartz4-Empfänger, die sanktioniert werden oder wurden?

Dass die Jobcenter nun nach dem Urteil aus Gotha Ihre Sanktionspraxis vorübergehend aussetzen, wie es von Rechtsexperten, Arbeitslosenvereinen und -gruppierungen, Beratungstellen und Politikern bereits gefordert wird, ist nicht wirklich zu erwarten. Aber es gibt Wege dieser Praxis zu begegnen.

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Die neue griechische Regierung will nicht mehr die Troika-Konditionen erfüllen, um das Land vor der Pleite zu retten. Ist es möglich dass ein Land die ganze EU ruiniert? Oder haben die Griechen möglicherweise doch recht?

Über 240 Milliarden Euro sind bisher in die Rettung Griechenlands geflossen. Für dieses Geld bürgen die Bürger der Europäischen Union. Jetzt soll das alles umsonst gewesen sein und die Bürgschaften kommen zum Tragen, weil die griechische Regierung sich nicht an die Vereinbarungen halten will? Unverschämt!

Oder vielleicht doch nicht? Von den 240 Milliarden ist kein Cent jemals bei den Griechen angekommen! Warum also sollen sie weiter sparen, um Banken in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA reich zu machen?

Mehr dazu zeigt der Film “Wer rettet Wen?”. Wer diesen Film gesehen hat, kann den Weg der Griechen besser verstehen und vielleicht sogar unterstützen. Wir EU-Bürger sind alle auf Rettungsschirme hereingefallen, die nur den Banken dienten – durch Abbau von Sozialer Sicherheit und Demokratie in Europa.

Der Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz “Wer rettet Wen?” läuft noch in verschiedenen Orten in ganz Europa. Mehr unter www.cafesofadu.de und www.whos-saving-whom.org

 

What the BLEEP do we (k)now – Trailer Deutsch: http://youtu.be/Eoj3vZYWQPo

Spielend ins neue Jahr

Veröffentlicht: 6. Januar 2015 in Politik

Spielend ins neue Jahr.

Es ist ein überraschend gutes Zeichen, dass die Demonstrationen unter #nopegida einen immer größeren Zulauf bekommen. Und es zeigt vor Allem sehr sehr deutlich, dass es eben keine Politikverdrossenheit der Bürger gibt. Lediglich eine Verdrossenheit gegen unmenschliche Politik.

Die Menschen in Deutschland merken immer mehr, dass wir zusammen unsere freiheitliche Demokratie schützen müssen! Schützen gegen rechte Agitatoren, gegen falsche Anschuldigungen, gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Rassismus, gegen Unmenschlichkeit.

Das ist eine gute und notwendige Entwicklung! Und ich hoffe sehr, dass sie weiter anwächst, Montag für Montag stärker wird und in allen Städten Deutschlands stattfindet.

Und ich wünsche mir dass aus #nopegida dann #nogo wird. Denn wir müssen unser Land und die Menschen auch vor weiteren Angriffen auf unsere freiheitliche Ordnung schützen – und auch vor unseren eigenen Politikern.

#nogo zu weiterem Sozialabbau
#nogo zu Sanktionen im Hartz4
#nogo zu steuerflüchtigen Großunternehmen
#nogo zu menschenunwürdiger Unterbringung von Flüchtlingen
#nogo zu Abschiebung von Kindern und Kranken
#nogo zur Ausweitung präkerer Arbeitsplätze
#nogo – die Liste lässt sich weiterführen mit vielen Beispielen.

Es wird Zeit aufzustehen. Nicht nur gegen #pegida, sondern gegen jede Form von Politik, Anfeindung, Kapitalismus, in denen der Mensch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dem Menschen und seinem persönlichen Schicksal ist oberste Priorität einzuräumen. Für jeden Bürger dieses Landes und jeden Menschen, der in dieses Land kommt, aus welchem Grund auch immer.

Alles andere ist #nogo!

Nazi in Nadelstreifen?

Veröffentlicht: 12. Dezember 2014 in Gesellschaft, Politik, Soziales
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NRW-Innenminister Ralf Jäger hat vor den “Nazis in Nadelstreifen” gewarnt, die unter “pegida” agieren. Ist ein Nazi ohne Nadelstreifen ungefährlicher?

Ich finde es erschreckend, dass der Innenminister eines deutschen Bundeslandes plötzlich erkennt, dass Nazis auch im Anzug auftreten können. Herr Innenminister, bitte machen Sie sich langsam klar, dass Nazi eine innere Grundeinstellung, eine politische und gesellschaftliche Überzeugung, ist, die sich nicht zwangsläufig in der sichtbar angelegten Kleidung darstellt! Es geht um politische Überzeugungen, die u.a. durch Ihre falsche Politik gefördert wird.

Die Menschen in diesem Land (Deutschland, nicht nur NRW) werden durch kapitalhörige Politiker, denen Lobbyisten wichtiger sind als ihre Bürger und Wähler, immer mehr in die Armut getrieben. Das erarbeitete Einkommen reicht nicht mehr aus, wenn man überhaupt Arbeit hat. So sind viele gezwungen sich einem menschenfeindlichen “Sozialsystem” zu stellen und unter unwürdigen Bedingungen die staatlichen (Zusatz)Almosen zu beantragen.

Rentner, die den Wohlstand dieses Landes erarbeitet haben, Leben von der Hand in den Mund und holen sich den Rest von der Tafel. Diese wiederum sind auf die Großzügigkeit größerer Kapitalunternehmen angewiesen, die wertvolle Nahrungsmittel lieber vernichten, als verschenken – nur um Preise künstlich hoch zu halten.

Den Menschen wird bewusst Armut und Knappheit vorgegaukelt – von denen, die Kapital und Macht in den Händen halten. Und wo das nicht auf Anhieb klappt werden politische “Reformen” durchgeführt, die das gewünschte Ziel provozieren und herbeiführen: noch mehr Armut und noch mehr künstlich hervorgerufene Verknappung.

Die Menschen werden immer unzufriedener und da sie die Regierenden selbst als die Richtigen gewählt haben, muss der Schuldige woanders gesucht werden. Was bietet sich da eher an, als Asylanten und Flüchtlinge? Menschen, die in unser Land kommen und mit denen wir das offensichtlich ohnehin zu wenige noch teilen sollen?

Nazis sind Menschen, die, unabhängig von ihrer Kleidung, die Unzufriedenheit der Menschen in genau diese Richtung lenken. Sie wollen Hass säen und bieten scheinbare Lösungen an, um selbst an die Macht zu kommen. Oder besser, um selbst an die Geldtöpfe zu kommen, die ihnen, nicht dem Volk, Wohlstand verschaffen.

Mit der Getthoisierung von Asylanten und Flüchtlingen in entsprechenden Einrichtungen, schaffen Sie, Innenminister Jäger, die Grundlage zu Hasspredigten und Übergriffen. Sie schaffen die weithin sichtbaren “Schuldigen” für die Unzufriedenheit der Bürger – nur um die eigenen Pfründe zu sichern?

Es gibt Optionen: Unterbringung von Asylanten und Flüchtlingen in freien Wohnungen, mit entsprechender Unterstützung durch Sozialscouts und Anlaufstellen. Ende der politisch gewollten Armut und Ausweitung, zumindest Einhaltung der Hartz4-Leistungen. Abschaffung von Sanktionen und Einhaltung eines Existenzminimums für ALLE in diesem Land lebenden Menschen.

Geld dafür ist genug da, wenn wir uns endlich auf menschliche Werte besinnen und unnötige Ausgaben und Verschwendungen zugunsten der Lobbyisten unterlassen.

Geben Sie den Menschen in diesem Land Lichtblicke, sagen Sie ihnen die Wahrheit über die Gründe der künstlichen Armut und bringen Sie die Menschen, die dringend unserer Hilfe bedürfen aus der Schusslinie.

Dann, Herr Innenminister, sollten Sie vermutlich auch keine Angst mehr haben müssen, ob der Nadelytreifenanzug neben Ihnen von einem Nazi getragen wird.