2016  – es reicht!

Veröffentlicht: 22. Dezember 2016 in Coaching, Gesellschaft, Persönlichkeit, Politik, Soziales
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Ich bin in diesem Jahr 61 Jahre alt geworden. Es gab schwere Jahre, es gab turbulente Jahre, es gab Jahre der Trauer und Jahre der Freude. Aber am Ende jeden Jahres, war es auch noch so schwer, hatte ich immer eine Perspektive, eine Aussicht auf das kommende Jahr. Ich hatte die Zuversicht, daß es weiter geht, da ein neues Jahr auch neue Möglichkeiten bietet.

Am Ende dieses Jahres  –  Ratlosigkeit!

Für Jemanden, der sein Leben lang geholfen und beraten hat und immer einen Ausweg wusste, für sich selbst und vor Allem für die Menschen, die ihm vertrauten, ist Ratlosigkeit so etwas wie ein Super-Gau,  die größtmögliche Katastrophe.

In den letzten Wochen dieses Jahres überwiegen die Schmerzen, die der Hass verursacht, der überall immer vorherrschender wird. Und ich sitze vor meinem Schreibblock und bin ratlos. Ich weiß nicht wie ich einen hilfreichen Text schreiben soll.

Ich möchte Texte schreiben, die aufmuntern und Kraft geben. Ich möchte Rat und Hilfestellung geben, um das Leben zu erleichtern. Ich möchte …

… und dann ist mein Kopf voller Gedanken, voller Katastrophen, voller Schmerz, voller Ideen, voller Freude, voller Verzweiflung, voller Trauer, voller …

… und dann ist mein Kopf leer.

Ich sprach heute mit einem Freund darüber, daß ich nicht mehr weiß wie ich noch helfen könnte, daß ich keine Lösungen mehr sehe und doch niemanden im Stich lassen möchte. Und ich erzählte ihm wie sehr mir der anhaltende Hass und die wachsende Gewaltbereitschaft immer mehr persönlich zusetzt und ich nicht mehr weiß darauf zu reagieren. Mein Freund hat mich heftig zurechtgewiesen und endete mit dem Satz: „Nach 61 Jahren hast Du es verdient nur noch an Dich zu denken.“

Vielleicht, liebe Freunde, hat er recht. Deshalb werde ich heute und mit diesem Text das Jahr 2016 abschliessen und mich zurückziehen. Gleichzeitig kündige ich an, daß das Jahr 2017 mir allein gehört. Ich werde ganz allein entscheiden, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, ob ich erreichbar bin, ob ich mich zu etwas äußere, ob ich einer Diskussion oder einer Veranstaltung beiwohnen will,  oder eben nicht.

Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Für 2017 wünsche ich allen Menschen Frieden, den Willen zur Hass freien Gesellschaft, die Kraft und den Mut zu Gemeinschaft und Menschlichkeit. 

Auch wenn ich nicht erreichbar sein werde, bin ich nicht aus der Welt und Ihr dürft sicher sein, daß es mir gut geht. Hin und wieder werdet Ihr auch von mir lesen. Ich bin sicher, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist, bin ich wieder da, was auch immer bis dahin geschehen sein mag.

Euer Hans-Peter Weyer

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