Ein Land, ein Volk, ein – Chaos

Veröffentlicht: 3. Oktober 2016 in Coaching, Gesellschaft, Politik, Soziales, Wirtschaft
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Gefeiert werden soll der Tag der deutschen Einheit. Der Tag an dem Ost- und Westdeutschland wieder zusammengewachsen sind, an dem offiziell die Belagerung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg sein Ende gefunden hat. Viele Menschen haben auf diese Einigung hingearbeitet. Viele haben in der ehemaligen DDR auf die Freiheit gewartet und dafür gekämpft. Und plötzlich ist alles nur noch Chaos.

Kaum ein Ereignis zeigt deutlicher wie geteilt, wie zerrissen dieses Land ist. Deutschland ist gespalten wie kaum jemals zuvor. Risse zwischen Ost und West. Spaltung zwischen arm und reich. Unverständnis zwischen Christentum und Islam. Ablehnung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Zwietracht zwischen Migranten und Deutschen. Uneinigkeit zwischen Europäern und Nationalisten. Und alles mit verbaler und körperlicher Gewalt untermauert.

Ich kann diese Eskalation nicht verstehen. Ich kann sie nicht nachvollziehen. Ich kann keine Ursache finden, die diese Gewalt so plötzlich möglich gemacht haben soll. Und ich will es auch gar nicht.

Viele Jahrzehnte habe ich mit meinen in- und ausländischen Freunden friedlich zusammen gelebt. Wir sind gemeinsam zur Schule gegangen, haben gemeinsam gefeiert und gelacht. Viele verschiedenen Religionen und Weltanschauungen konnten in diesen Jahren friedlich miteinander klar kommen. Wir haben diskutiert und unsere unterschiedlichen Meinungen ausgetauscht. Wir haben voneinander gelernt und einander verstanden – oder zumindest akzeptiert.

Eine andere Meinung war nicht gleich eine feindliche Meinung. Und eine verbale Auseinandersetzung wurde kein Akt der Gewalt. Es war immer eine Bereitschaft zum Kompromiss möglich. Und wo Kompromiss nicht möglich war, behielt einfach jeder seine Meinung und sie existierten gleichberechtigt nebeneinander, bis es neue Gesichtspunkte gab und wieder diskutiert wurde. Miteinander war das entscheidende Lebensgefühl, das in vielen Situationen auch zu einem Füreinander wurde.

Heute ist jeder mit einer anderen Meinung gleich ein Feind. Es wird nicht einmal mehr zugehört und über die Meinung diskutiert. Es wird gleich abgeschaltet und wenn möglich gibts eins aufs Maul. Wer solch eine Meinung hat, dem gehört die Meinungsfreiheit gestrichen, und das am besten gleich und mit der Faust oder einem Knüppel. Meinungsfreiheit ja, aber bitte nicht mit solche Meinungen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und gehört vernichtet.

Wie kann ich in einer solchen Atmosphäre lernen? Wie kann ich diskutieren und mein Leben bereichern, wenn jedes Wort möglicherweise Gewalt auslöst? Wohin soll das führen? Es wird ins Chaos führen. Denn wo niemand mehr bereit ist miteinander zu reden, sind keine Kompromisse mehr möglich und die Gemeinschaft fällt ins Chaos, in die Aufhebung von Regeln und Gesetze.

Und es ist wichtig, dass wir uns das bewußt machen. Mangelnde Bereitschaft miteinander zu reden, fehlende Kompromissbereitschaft und fehlende Bereitschaft zu lernen, führen unweigerlich zu Gewalt und Krieg. Angst vor dem Terror? Er ist längst da. Mitten unter uns. Und er kommt nicht von muslimischen Attentätern. Er kommt von uneinsichtigen  „Wutbürgern“ und „Antifaschisten“ und sonstigen Gruppierungen, die die Fähigkeit zu Reden und Diskutieren verloren haben. Das Chaos, die Zerrissenheit im eigenen Land, ist der wahre Grundstein zum Terror.

 

 

 

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Kommentare
  1. solange sich spd, bündnis90/die grünen und die linke nicht auf einen gemeinsamen überparteilichen kanzlerkandidaten einigen können (sigmar gabriel, winfried kretschmann oder franz beckenbauer gehen aber gar nicht) und solange es medizinisch nicht gelingt, dass altkanzler helmut kohl wieder für die cdu als kanzlerkandidat antritt, solange wird den deutschen bürgern angela merkel als bundeskanzlerin erhalten bleiben.

    da die wähler dümmer sind als sie glauben, werden sie 2017 wieder die groko (das grosse kotzen) in die regierung und somit angela merkel zur bundeskanzlerin wählen, damit ausgerechnet die merkel deutschland und die eu wieder einigt.

  2. TranceBreaker sagt:

    Beschreibt und behandelt das Thema ziemlich treffend … in allen genannten Lagern verhärten sich die Fronten und ziehen Leute aus der Mitte dahinter.

    Kaum einer hinterfragt Ursachen sondern bekämpft postwendend und ausschließlich (aktiv oder passiv) die Symptome. Gesprochen wird viel aber meist hinter vorgehaltener Hand oder in’s Ohr des Nachbarn.

    Der Widerstand gegen Waffentransporte in Krisenregionen (oder an Verbündete direkt neben Krisenregionen) oder die tagtäglich weiter aufklappende Schere zwischen Arm und Reich in nahezu allen Ländern der Welt werden häufig erwähnt aber aus Bequemlichkeit hingenommen, habe ich so das Gefühl …

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