Knopf im Ohr II – Vereinsamung

Veröffentlicht: 28. Juli 2011 in Coaching, Persönlichkeit
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Manche Leute muss man grundsätzlich zwei Mal ansprechen. Einmal damit sie merken, dass sie angesprochen werden und den Knopf aus dem Ohr nehmen und das zweite Mal dann um tatsächlich die Unterhaltung zu beginnen.
Auf die Dauer und je öfter das passiert, desto weniger Lust habe ich, Leute mit Knopf im Ohr überhaupt anzusprechen. Und da bin ich vermutliche nicht der Einzige, der so denkt. So geht langsam aber sicher immer mehr zwischenmenschliche Kommunikation verloren.
Immer öfter fällt mir auch auf, dass vorwiegend jüngere Leute den Knopf schon gar nicht mehr aus dem Ohr nehmen. Für mich sind solche Unterhaltungen dann sehr schnell zuende. Der Knopf im Ohr signalisiert in solchen Situationen ganz eindeutig den mangelnden Respekt gegenüber dem Gesprächspartner. Der Betreffende ist scheinbar nicht bereit den Ausführungen und Argumenten seines Gegenüber in aller Offenheit zu begegnen.
Ebenso unerträglich finde ich gemeinsame Unternehmungen bei denen ein (oder mehr) Teilnehmer die Knöpfe im Ohr hat. Ob das Autofahrten, Wanderungen, Mahlzeiten oder Festlichkeiten sind – der Knopf im Ohr signalisiert „ich bin anwesend, aber nicht ansprechbar“.
Viele Untersuchungen und Diskussionen hat es bezüglich der Vereinsamung durch Computer gegeben. Doch hierbei gibt es zumindest eine virtuelle Community mit der man verbunden ist und zu der es sehr oft auch reale Beziehungen gibt. Die Vereinsamung durch die Abschottung mit dem Knopf im Ohr scheint so ganz nebenbei unbemerkt zu bleiben.
Der ständige Knopf im Ohr, die Beschränkung der Welt auf die eigenen Gedanken und Gefühle, verbunden mit der bewußten oder unbewußten Ausgrenzung der Umgebung unter dem Vorwand Musik hören zu wollen, führen zu einer neuen, bisher unbeachteten, Qualität von Vereinsamung.
In dieser neuen Qualität der Vereinsamung spiegelt sich nicht nur ein Verlust zwischenmenschlicher Beziehungen wieder, sondern auch ein Verlust von Lebenswirklichkeit und natürlicher Sinneseindrücke.
Dazu mehr im Teil III.

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Kommentare
  1. Luca sagt:

    Hast es mir ja jetzt am Tele gesagt worum es in dem Text eigentlich ging >,< Hättest ja sagen können, dass es um Musik geht xD
    *drop*
    Naja…

    Aber Knopf im Ohr ist besser als Handy xD

  2. Luca sagt:

    Ich find das eigentlich unsinnig was du schreibst. Ganz ehrlich. Du schreibst, dass die Leute im Internet „reale“ kontakte haben und es da Communities gibt.. allerdings – der Knop im Ohr wie du es nennst ist für mich eher was „realeres“ als das Internet. Beim Autofahren ist das im Grunde nur einen bessere Lösung, da du ja da nicht telefonieren darfst 🙂 Das Ding blockiert ja nicht dein ganzes Aufmerksamkeits-feeling. Klar, es gibt Deppen die sich abschotten wollen.. aber nicht die meisten denke ich und als ob das wie gesagt nichts „reales“ wäre. Du sprichst dann im Grunde mit Leuten die du kennst. Das hat ja nichts damit zu tun, dass du dich abgrenzt. Deine Kontakte hällst du ja . Und im Grunde ist das nichts anderes wie ein Handy, dass du an die Wange klebst und damit telefonierst. Du kannst mir nicht sagen, dass du draußen nicht telefonierst und auf alles achtest.

    Für mich ist der Text ein absolutes No Go!

    • hpweyer sagt:

      Den Text solltest Du noch mal lesen. Da steht nix von Real im Internet. Da steht Internet UND real. Du gehst etwas an dem Text vorbei mit Deinem Kommentar. Nebenbei bemerkt: Knopf im Ohr beim Autofahren ist verboten!!!

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